Verbinde dich mit deinen Wurzeln durch die acht Glieder des Yoga

In der westlichen Welt fühlen sich viele zur körperlichen Praxis des Yoga hingezogen. Vielleicht wirfst du einen Blick auf einen Kurs, der in deinem Fitnessstudio stattfindet, und denkst, wie schön es wäre, beweglicher zu sein. Oder vielleicht möchtest du einfach einen besseren Golfschwung haben. Am Anfang war es möglicherweise das, was dich auf die Matte kommen ließ. Vielleicht war deine Absicht in keiner Weise metaphysisch. Möglicherweise wolltest du einfach nur deine hintere Oberschenkelmuskulatur dehnen. Wenn ja, bist du nicht allein. Und an diesen Gründen ist nichts „falsch“. Allein dadurch, dass du zum Yoga kommen möchtest, vertiefst du bereits deine Verbindung zwischen Geist und Körper. Du kannst wählen, wie sehr – wenn überhaupt – du eine spirituellere Seite deiner Praxis entwickeln möchtest. Und denk daran, es gibt keine „richtige“ Antwort.

Auch wenn das als eine sehr moderne Art erscheinen mag, sich einer uralten Praxis zu nähern, reicht die Vorstellung, dass es in Ordnung ist, aus rein körperlichen Gründen mit einer Yogapraxis zu beginnen, weit zurück. In manchem yogischen Denken gilt die körperliche Praxis der Yogahaltungen als Ausgangspunkt für alle Yogaschüler.

Viele moderne Yogarichtungen basieren auf dem sogenannten achtgliedrigen Pfad. In Patanjalis Yoga Sutras (vor 1800 Jahren geschrieben) werden diese acht Prinzipien dargelegt, um das körperliche, moralische und spirituelle Verhalten der Yogis zu leiten. Sie bestehen aus Yama (Ethik), Niyama (Selbstdisziplin), Asana (körperliche Yogapraxis), Pranayama (Atemübungen), Pratyahara (Rückzug der Sinne), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung oder Frieden).

Das mag wie die ultimative Erinnerung daran klingen, dass Asana nur ein Teil dessen ist, was eine Yogapraxis ausmacht, aber viele Lehrer behaupten, dass man sich nicht auf die mentale oder spirituelle Seite des Yoga konzentrieren kann, bevor nicht der Körper umsorgt ist. Viele Lehrer erinnern ihre Schüler daran, dass ihre Yogapraxis eine Metapher für das Leben ist. Sie vereint Leichtigkeit und Mühsal, Herausforderungen und Chancen. Sie erfordert vom Schüler zu verstehen, was Unterscheidungsvermögen bedeuten kann — wo die Kante ist und wo der Abgrund ist. Das Ziel ist nach wie vor Einheit — nicht nur von Geist und Seele, sondern auch in einem Körper, der stark, ausgeglichen und beweglich ist. Ein Körper, der all dies mitbringt, gibt dir ein besseres Fundament, von dem aus du deinen Geist und deine Seele nähren sowie Bedürftige unterstützen kannst. Sich körperlich energiegeladen und fähig zu fühlen, ist ein kraftvoller Katalysator für den Aufbau von Selbstvertrauen. Dieses „Ja, du kannst“-Gefühl strömt hinüber in deinen Geist und deine Seele und ermöglicht es dir, dein authentisches Selbst strahlen zu lassen.

Im Ashtanga-Yoga glaubt man, dass Schüler zuerst die ersten vier Glieder des Yoga lernen müssen, um sich auf die anderen vorzubereiten. Und was diese Prinzipien bedeuten, liegt bei dir. Wenn du deine Wertschätzung für Yoga vertiefst, kannst du deinen eigenen Weg durch sie finden. Vielleicht geht es bei Konzentration für dich weniger darum, sich nicht von Geräuschen vor dem Fenster ablenken zu lassen, als vielmehr darum, klare Prioritäten in deinem Tag zu setzen, sodass du dich jeweils auf eine Aufgabe konzentrieren kannst. Vielleicht wirst du es nie genießen, über längere Zeiträume zu meditieren, aber du kannst beim Gehen nachsinnen. Ähnlich weist das Yoga Journal darauf hin, dass Erleuchtung, einfacher ausgedrückt, bedeuten kann, mit sich selbst und der Welt im Frieden zu sein.


Gezeigte Yogis in einer „gestapelten“ Eka Pada Koundinyasana II: @yoga_james & @gintareyoga

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